deutsch I englisch
Impressum
Mauerort Flutgraben

Am Flutgraben verläuft seit 1920 die Grenze zwischen
Treptow
und Kreuzberg. Nach 1945 geriet diese Verwaltungs-
grenze zur Systemgrenze zwischen Ost und West. In der
Nacht vom 12. zum 13. August 1961 wurde sie von der DDR-Regierung abgesperrt. Dennoch behielten auf dem Areal
zwischen Flutgraben, Eichenstraße, Spree und Puschkinallee,
wo heute die Arena Berlin ein vielfältiges Veranstaltungs-
programm bietet, ein Omnibus-Betriebshof und ein volkseige-
ner Bus- und LKW-Reparaturbetrieb ihren Standort. Als so
genannte Grenzbetriebe wurden sie rundum abgeschottet
und überwacht. Nur wer hier arbeitete, durfte die Einlass-
kontrollen passieren. Eines der Werkstattgebäude lag unmit-
telbar am Flutgraben und somit genau auf der Grenzlinie.
Während andere Ost-Berliner Grenzhäuser dem Ausbau der
Sperranlagen weichen mussten, blieb das Werkstattgebäude
am Flutgraben trotz mancher Flucht, die hier ihren Ausgang
nahm, bestehen. Heute dient es dem Flutgraben e.V. als
Atelierhaus für bildende Künstler. Die Spuren des DDR-
Grenzregimes sind jedoch nach wie vor sichtbar. Auch in der
Umgebung existieren mit dem Wachturm im Schlesischen
Busch und dem Osthafensteg noch markante Relikte der ehe-
maligen Grenzanlagen.

Grenzstreifen vor dem Werkstattgebäude am Flutgraben, März 1990 Foto: Falk Blask